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    Der Pate der KI: Geoffrey Hinton und die Notwendigkeit eines universellen Grundeinkommens

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    Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) schreitet in rasantem Tempo voran und birgt sowohl große Chancen als auch erhebliche Risiken. Einer der führenden Köpfe auf diesem Gebiet ist Professor Geoffrey Hinton, bekannt als „Godfather of KI“. Hinton hat mit seiner Forschung zu neuronalen Netzen, die die Grundlage vieler moderner KI-Anwendungen bilden, wesentlich zur heutigen Technologielandschaft beigetragen. Trotz seiner bedeutenden Beiträge zur KI warnt Hinton vor den potenziell verheerenden Auswirkungen einer unregulierten KI und plädiert für die Einführung eines Universellen Grundeinkommens (UBI), um den sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

    Warum ein universelles Grundeinkommen?


    In einem Interview mit BBC Newsnight betonte Hinton, dass ein UBI notwendig sei, um die negativen Auswirkungen der Automatisierung auf die Arbeitswelt abzumildern. KI-Systeme könnten viele alltägliche Jobs übernehmen, was zu massiver Arbeitslosigkeit führen könnte. „Ich wurde von Leuten in der Downing Street konsultiert und habe ihnen gesagt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen eine gute Idee sei“, sagte Hinton. Seiner Meinung nach würde KI zwar die Produktivität und den Wohlstand erhöhen, aber diese Vorteile kämen hauptsächlich den Reichen zugute und nicht denen, die ihren Arbeitsplatz verlieren.

    Kritische Stimmen und Alternativen


    Es gibt jedoch auch kritische Stimmen gegen die Einführung einer UBI. Einige Experten argumentieren, dass direkte finanzielle Unterstützung in Form von Arbeitslosengeld oder Wiedereingliederungsbeihilfen effektiver sein könnte als pauschale Geldzahlungen ohne Bedingungen. Terence Ho von der Lee Kuan Yew School of Public Policy und Brian Lim von Primer AI betonen, dass gezielte Maßnahmen zur Unterstützung von Arbeitslosen und zur Förderung von Umschulungen sinnvoller sein könnten, umden Herausforderungen des KI-Zeitalters zu begegnen.

    Der britische Ökonom John Maynard Keynes prognostizierte bereits 1930, dass arbeitssparende Technologien den Menschen eine 15-Stunden-Woche ermöglichen könnten. Doch statt zu einer Verkürzung der Arbeitszeit hat die Automatisierung bisher vor allem zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen geführt, indem einfache, repetitive Tätigkeiten zunehmend durch Maschinen ersetzt wurden. Diese Entwicklung hat die Debatte über die UBI neu entfacht, da viele befürchten, dass die KI eine noch größere Umwälzung auf dem Arbeitsmarkt auslösen könnte.

    Einige Befürworter des UBI, wie Tesla-Gründer Elon Musk und OpenAI-CEO Sam Altman, argumentieren, dass ein Grundeinkommen eine notwendige Absicherung gegen die disruptiven Effekte der KI sei. Sie sehen in einem UBI nicht nur ein Mittel zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit, sondern auch eine Möglichkeit, den sozialen Frieden zu wahren und den Menschen mehr Freiheit und Zeit für kreative und gemeinnützige Aktivitäten zu geben.

    Die Gefahren unregulierter KI


    Neben den wirtschaftlichen Aspekten äußerte Hinton auch große Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der ethischen Implikationen von KI. Er warnte davor, dass KI-Systeme, insbesondere solche, die für militärische Zwecke entwickelt werden, eine existenzielle Bedrohung darstellen könnten. KI könnte in der Lage sein, autonome Entscheidungen zu treffen, die gegen die Interessen der Menschheit gerichtet sind. „Ich halte es für durchaus vorstellbar, dass die Menschheit nur eine Übergangsphase in der Evolution der Intelligenz darstellt“, sagte Hinton.

    Hinton betonte, dass digitale Intelligenz, da sie potenziell unsterblich und nicht evolutionär begrenzt ist, eine andere Dynamik als biologische Intelligenz haben könnte. Während biologische Intelligenz durch natürliche Selektionsprozesse geformt wird, könnte eine digitale Superintelligenz ihre Ziele unabhängig entwickeln.

    Dies könnte dazu führen, dass eine solche Intelligenz schließlich die Kontrolle über die Menschheit übernimmt, was eine Bedrohung auf Aussterbensebene darstellen würde.

    Internationale Regulierung notwendig


    Um diesen Gefahren zu begegnen, schlug Hinton vor, internationale Abkommen ähnlich den Genfer Konventionen zu entwickeln, die den Einsatz von KI im militärischen Bereich regeln. Er zeigte sich jedoch skeptisch, ob solche Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden könnten, bevor ernsthafter Schaden entstehe. „Ich glaube nicht, dass dies passieren wird, bevor nicht sehr schlimme Dinge passiert sind“, fügte er hinzu.

    Schlussfolgerung

    Professor Geoffrey Hinton, eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz, betonte die Dringlichkeit, den technologischen Fortschritt mit verantwortungsvollen und gerechten politischen Maßnahmen zu begleiten. Seine Forderung nach einem universellen Grundeinkommen und seine Warnungen vor den Gefahren einer unregulierten KI unterstreichen die Notwendigkeit, die Vorteile der KI gerecht zu verteilen und die Risiken angemessen zu managen. Angesichts der rasanten Fortschritte in der KI-Technologie bleibt es eine zentrale Herausforderung, dafür zu sorgen, dass diese Technologien zum Wohle aller eingesetzt werden.

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